Verliere keine Zeit. Sei kein Perfektionist!

Wenn man sich in die Selbstständigkeit begibt – sei es nebenher oder in Vollzeit – beschreitet man meist voller Elan den neuen Lebensabschnitt. Man möchte alles besser machen als die Mitbewerber. Das ist ein gutes Ziel, doch es kann zu hoch gesteckt sein. Denn viele Selbstständige, Start-up-Gründer und Unternehmer scheitern gerne an einer Hürde: dem eigenen Perfektionismus.

Weniger ist mehr

Steve Jobs ist eine Ikone. Er wollte immer das Beste erreichen, das gelang ihm viele Male. Doch dieses Streben kann extrem hinderlich sein, gerade wenn man weder die Zeit, noch die Mittel für das 200%ig perfekte Produkt hat.

Oft reicht es, wenn man mit einem halbfertigen Produkt startet. Denn ein halbfertiges Produkt ist immer besser als gar keines. Das können leider viele hochmotivierte Gründer oder engagierte Manager nicht verstehen. Sie denken, ihre potentiellen Kunden wollen wie sie selbst nur das Allerbeste. Doch das stimmt nicht. Kunden oder User möchten vorrangig die Lösung für ein Problem – und das schnell, einfach und günstig.

Reduce to the Max heißt die Devise. Dieses Motto verhalf beispielsweise Dropbox und Slack zum Erfolg, auch Apple-Produkte werden nach dieser Maxime konzipiert.

Weniger ist mehr

Somit ist es sinnvoll, kein komplett fertiges Produkt mit unzähligen Features auf den Markt zu bringen. Empfehlenswerter ist es, eine abgespeckte Fassung zu launchen. In der Fachsprache redet man hier vom MVP (Minimum Viable Product), also dem kleinstmöglichen Produkt.

Dieses MVP kann eine erste Version einer Webseite sein, ein Onlineshop mit nur wenigen Produkten oder eine App, die sich auf die Grundfunktionen beschränkt. Mit dieser „Light Version“ testet man, ob die Idee seiner Unternehmung überhaupt ankommt. Hierfür beschafft man sich ein paar Tester und wertet ihr Feedback aus.

Agiere agil

Desweiteren ist es ratsam, in kurzen Meilensteinen zu denken. Statt eines 5-Jahres-Masterplans sollte es ein Konzept für die nächsten drei bis fünf Monate geben. In diesem Zeitraum muss das Produkt – zumindest als MVP – fertig sein.

Unmöglich? Nein! Getreu der Lean Startup-Methode setzt man sein Konzept nach dem KISS-Prinzip (Keep It Short & Simple) um. Das bedeutet zugleich, dass man seinen Drang zum Perfektionismus zur Seite legt. Anstatt sofort die ultimative eierlegende Wollmilch-Sau anzustreben, gilt es, in kurzen Etappen ein Konzept, ein Produkt oder eine Dienstleistung schrittweise aufzubauen.

Was man beachten sollte

Wichtig bei einem Minimum Viable Product ist, dass jede Version benutzt werden kann. Und dass sie in ihrem Rahmen möglichst fehlerfrei und gut ausfällt. Erst wenn die ersten Funktionen zufriedenstellend laufen, fügt man weitere Inhalte hinzu.

Das Produkt befindet sich quasi im dauerhaften Beta-Stadium – und das ist auch gut so. So bleibst du ständig am Ball und verlierst keine kostbare Zeit, um mit deiner Idee auf dem Markt zu sein.


 

Matthias Pauers

Matthias Pauers

… ist Coach für Software-Entwicklung und greift mit seiner Firma Teamprove gerne Start-ups, mittelständische Unternehmen und Business Angels unter die Arme. Denn als Fußball-Fan weiß er, worauf es ankommt: auf Kommunikation, Teamwork und agile Methoden, um schnell zum Ergebnis zu kommen.

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